Die Geschichte der LOBBY FÜR MÄDCHEN beginnt mit der bundesweiten Fachtagung "Sexueller Mißbrauch von Mädchen und Frauen", veranstaltet vom Verein zur Weiterbildung für Frauen (heute FrauenSicht) im November 1987 in Köln.
Nach der Tagung bildet sich eine Initiative, die ein umfassendes Konzept für Mädchen und junge Frauen in Krisen und Konfliktsituationen entwickelt, aber auch den Freizeit- und Bildungsbereich nicht außer Acht läßt.
Ausserdem beginnt die Initiative schon nach kürzester Zeit mit der Beratungsarbeit. 12 Jahre lang wird das Erleben sexualisierter Gewalt der von Mädchen und weiblichen Jugendlichen am häufigsten genannte Grund sein, die Mädchenberatungsstelle aufzusuchen. Inzwischen sind auch Ess-Störungen besonders häufig Anlass, bei uns Hilfe zu suchen.
Die Initiatorinnen bemühen sich sehr früh, auch ein Freizeitangebot zu realisieren, das an den Interessen und Lebensrealitäten der Mädchen ansetzt. Dieses Bemühen bleibt lange Jahre ohne Erfolg, da keine öffentlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden.
Durch die Beratungsarbeit wird deutlich, dass für Mädchen mit Gewalterfahrung ein Unterbringungsangebot mit spezieller Konzeption vonnöten ist. In Köln ist - anders als in München oder Bielefeld - nur ein Betreutes Wohnen durchsetzbar. Von 1995 bis 1998 bietet der Verein Betreutes Wohnen an. Der bundesweite Trend der Jugendämter auf ambulante Hilfen zu setzen und die divergierenden Einschätzungen von Jugendämtern und Mädchenhaus zum Hilfebedarf der untergebrachten Mädchen macht das Betreute Wohnen zu einem untragbaren Risiko für den Verein.
1998 übernimmt der Verein einen sehr kleinen Mädchentreff mit dem Schwerpunkt Integration von Mädchen aus Spätaussiedlerfamilien. Dieser Treff ist die Keimzelle des heutigen Interkulturellen Mädchentreffs der LOBBY FÜR MÄDCHEN (siehe Mädchentreff).
Probleme, die Arbeit der Beratungsstelle und das Angebot des Interkulturellen Mädchentreffs zu finanzieren, sind ein Roter Faden in der Geschichte der LOBBY FÜR MÄDCHEN.